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Mehr Raum für den Film

28.8., 20.45 Uhr: Was tut sich – im deutschen Film

04.08.2010

Drei Jahre nach MEIN FÜHRER drehte der Filmemacher und Schauspieler Dani Levy seinen nunmehr elften Spielfilm – mit einem Staraufgebot des deutschen Films. Der Regisseur präsentiert  DAS LEBEN IST ZU LANG (2010) am 28. August um 20.45 Uhr persönlich im Cinema-Kino am Roßmarkt.  Im Anschluss spricht Dani Levy über seinen Film und sein Schaffen mit Heike-Melba Fendl von unserem Kooperationspartner epd-Film.

Das Leben ist zu lang (2010)Im Mittelpunkt des Films steht der jüdische Regisseur Alfi Seliger (Markus Hering), ein geborener Nebbich, ein liebenswerter Versager und Hypochonder, der sich von allen Seiten mit Problemen konfrontiert sieht. Seit Jahren hat er keinen Film mehr gedreht und auch sein neues Spielfilmprojekt mit dem Titel „Mo-ha-ha-med“ über den Karikaturenstreit, mit dem er auf jedem Filmempfang hausieren geht, ist weit davon entfernt, einen Produzenten zu finden. Zu Hause nimmt seine Frau Helena (Meret Becker) ihn genauso wenig ernst wie seine zwei pubertierenden Kinder. Seine Bank geht insolvent. Seine Mutter (Elke Sommer), eine einst berühmte Schauspielerin, macht ihm mit ihrer Exzentrizität zu schaffen.

Das Leben ist zu lang (2010)Dann entwickelt Natasha (Veronica Ferres), die spielwütige und überemotionale Gattin eines Produzentenmoguls, ein Faible für Alfi und bringt ihren Mann dazu, dessen Film zu finanzieren. Auch der einstige deutsche Weltschauspieler Georg Maria Stahl (Gottfried John) stellt ihm nach, um endlich wieder eine Filmrolle zu bekommen. Doch auch diese Entwicklungen helfen ihm nicht aus seiner persönlichen Krise. Als ihm schließlich ausgerechnet sein Psychiater (Udo Kier) rät, seinem Leben ein Ende zu machen, versucht Alfi einen theatralischen Abgang von der tragischen Weltbühne. Mit ihre persönlichsten Filme haben große Regisseure wie Truffaut, Fellini und Fassbinder gedreht, wenn sie die Entstehung eines Films selbst zum Thema machten.

Das Leben ist zu lang (2010)Auch Dani Levy erzählt aus einem sehr persönlichem Blickwinkel die Geschichte eines Filmemachers, der an der Realität seines Berufs zu scheitern droht, in einer Krise zwischen Schein und Sein. Seien es arrogante Produzenten, hochnäsige Schauspieler, dämliche Drehbuchschreiber – scheinbar jedes nur denkbare Problem der Filmbranche wird hier angesprochen, mit einem teils ironischen, teils zynischen, sehr schwarzen, aber stets sitzenden Humor. Die Figur des Alfi Seliger speist sich aus Gestalten der jüdischen Kulturgeschichte wie dem Milchmann Tewje, dessen Lebenstraum nach und nach in sich zusammenfällt, dem sprichwörtlichen Nebbich, womit ursprünglich ein ungeschickter Gauner bezeichnet wurde, aber auch dem Stadtneurotiker Woody Allens. Dani Levy nutzt den Blickwinkel seines vermeintlichen Alter egos, um über den Sinn des Lebens und seine Eitelkeiten zu sinnieren.

Dani Levy wurde 1957 in Basel geboren und begann seine Karriere in der Kunstwelt als Clown und Schauspieler. Über das Berliner Jugendtheater lernte er Anja Franke kennen, mit der zusammen er auch 1984 sein erstes Spielfilmprojekt realisierte, DU MICH AUCH, der u.a. in Cannes gezeigt wurde. Mit Maria Schrader realisierte Levy u.a. ROBBYKALLEPAUL, MESCHUGGE sowie I WAS ON MARS. 1994 gründete er mit Tom Tykwer, Wolfgang Becker und Stefan Arndt die Filmproduktionsfirma X-Filme. Sein Film STILLE NACHT – EIN FEST DER LIEBE war 1996 die erste Produktion von x-Film. Spätestens mit seinem großen Kino- und Kritikererfolg ALLES AUF ZUCKER zählt Dani Levy zu einem der originellsten Autoren des deutschen Films. Sein bislang letztes Projekt war der Kurzfilm JOSHUA, der für das Omnibusprojekt DEUTSCHLAND 09 entstand.

Sa 28.8. | Cinema, Hauptvorstellung, 20.45 Uhr
DAS LEBEN IST ZU LANG
DE 2010 R: Dani Levy, Da: Markus Hering, Meret Becker, Veronica Ferres, Hans Hollmann, Udo Kier, Elke Sommer, Yvonne Catterfeld, Heino Ferch, Steffen Groth, Justus von Dohnanyi, Kurt Krömer,
Gottfried John u.a., 90 min
Dani Levy im Gespräch mit einem Kritiker von epd Film.
Vorstellung im Cinema-Kino (Rossmarkt 7)
Kartenreservierung unter Tel. 069 / 21997855

Mit freundlicher Unterstützung von Cinema und der X Verleih AG.

Zu “Was tut sich – im deutschen Film?” sind zwei Sonderhefte unseres Kooperationspartners epd Film erschienen, die direkt bei epd Film oder in unserem OnlineShop für 4,90 Euro/5,90 Euro erhältlich sind.

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